Schildower Straße, Alte Schildower Straße, Karlstraße und Lessingstraße

Kurzfassung

Unser Ziel ist es - ausschließlich auf dem kleinen Stück an der Landesgrenze - Einbahnstraßen für den motorisierten Verkehr in Richtung Berlin zu errichten:


  • Alte Schildower Straße von Ecke Jungbornstraße bis zur Gemeindegrenze Berlin
    (oder der entsprechende Abschnitt auf Berliner Stadtgebiet bis zur Ecke Veltheimstraße)
  • Lessingstraße von Karl-Marx-Straße bis zur Gemeindegrenze Berlin
    (oder der entsprechende Abschnitt auf Berliner Stadtgebiet Elsestraße bis Ecke Schildower Straße)
  • Für Fahrradfahrer bleiben die Abschnitte in beide Richtungen befahrbar.

Es soll weder die gesamte Alte Schildower Straße noch die gesamte Schildower Straße oder Lessingstraße zur Einbahnstraße werden.


Warum unser Vorschlag kein Problem ist

Die Analyse mit Google Live Traffic beweist, was alle bereits ahnten: Eine echte Zeitersparnis bringt die Fahrt durch unser Wohngebiet gegenüber der Fahrt auf den Hauptstraßen selbst unter Berücksichtung der tatsächlichen Verkehrslage auf den Straßen nicht.

 

Mit Google Maps lassen sich kostenlos Informationen zur Echtzeitverkehrslage abrufen. Google erfasst für Google Live Traffic die tatsächliche Fortbewegungen von Fahrzeugen, in denen sich Android-Smartphones oder Android-Tablets befinden. Google sendet anonymisiert die Standortdaten dieser Geräte an die Google-Server. Dort wird daraus berechnet, wie schnell sich der Besitzer des Smartphones fortbewegt. Diese Informationen werden dann mit anderen Geräten abgeglichen, die ebenfalls ihre Lokalisationsdaten übermitteln. Daraus entsteht ein wirklichkeitsgetreues Abbild der Straßenlage.

 

Fazit: Der tatsächliche Zeitvorteil der Abkürzung liegt Nachmittags bei maximalen drei Minuten und ist auch Vormittags zu Stoßzeiten denkbar klein!

 

Ein kleines Beispiel anhand von Google Live Traffic soll dies verdeutlichen. Ziel ist es mit dem Auto auf der K6501 aus Richtung Osten kommend die B96 zu erreichen. Es werden von Google drei alternative Routen vorgeschlagen. Im Beispiel vom 13.04.2015 um 15:00 ist die Route über die Schildower Straße mit tatsächlichen 4 Minuten am schnellsten. Die Route über die Lessingstraße nimmt tatsächliche 5 Minuten in Anspruch, die Route über die B96 dauert tatsächliche 6 Minuten. Alle diese Zeiten sind Echtzeiten! Alle Geschwindigkeitsüber- oder Unterschreitungen sind dort berücksichtigt. Der tatsächliche Vorteil dieser Abkürzung beläuft sich im Beispiel also auf zwei Minuten. Zwei Minuten, die dazu führen, dass der Verkehr die Anwohner den ganzen Tag nervt!

 

Der Umstand, dass das erneute einmünden auf die B96 mindestens noch mal mindestens zwei Minuten kostet und spätestens ab Waidmannslust der verbleibende Zeitvorteil dieser "vermeintlichen Abkürzung" wieder bei Null ist, sei hier nur am Rande erwähnt.

Quelle: Google Maps

Unter folgenden Links darf sich jeder vom minimalen Zeitvorteil dieser vermeintlichen Abkürzung überzeugen. Wenige Minuten Ungeduld, die ein Wohngebiet zerschneiden!


Fahrt stadtauswärts in Richtung östliches Glienicke über die Bundesfernverkehrsstraße B96: Link

Fahrt stadtauswärts in Richtung östliches Glienicke über die Schildower Straße: Link


Unser Vorschlag zur Verkehrsberuhigung

Die Ausgangslage

Die Verkehrssituation in den Straßenzügen Karlstraße / Alte Schildower Straße und Lessingstraße in Glienicke sowie der Schildower Straße in Berlin ist geprägt von innerörtlichen bzw. überörtlichen Durchgangsverkehren und teils deutlichen Geschwindigkeitsübertretungen von bis zu 90% der motorisierten Verkehrsteilnehmer.

 

In den Straßenzügen ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h beschränkt. Der Fahrbahn Belag besteht aus Asphalt (in teilen auch Verbundpflaster). Bestehende verkehrsberuhigende Maßnahmen in Glienicke (Verschwenkungen der Fahrbahn in der Karlstraße / Alten Schildower Straße , Aufpflasterungen mit gleichzeitigen Fahrraumeinschränkungen in der Lessingstraße) brachten nicht in ausreichendem Maß die gewünschten Effekte der Verkehrsberuhigung in den Wohngebieten.

 

Es kommt zu morgendlichen und abendlichen Spitzen der Verkehrsmengen, wobei der der morgendliche Durchgangsverkehr konzentrierter als der abendliche Durchgangsverkehr ist. Es kommt zu einer hohen Lärm- und Abgasbelastung. Die Missachtung der Geschwindigkeits- und Vorfahrtsregeln ist häufig.


Sowohl die Karlstraße / Alte Schildower Straße als auch die Lessingstraße in Glienicke sind Gemeindestraßen, als Haupterschließungsstraßen klassifiziert und weisen einen guten Ausbauzustand auf. Sie haben damit die Funktion Grundstücke zu erschließen und gleichzeitig dem innerörtlichen Verkehr zu dienen. De facto werden beide Straßenzüge derzeit als Ableitung von innerörtlichen bzw. überörtlichen Durchgangsverkehren von der Hauptstraße genutzt. Kolonnenfahren ist durch das Abbiegen von den Hauptstraßen aus diesen Gründen häufig.

 

Bei der Karlstraße/Alten Schildower Straße, der Schildower Straße und dem Hermsdorfer Damm vom Waldsee bis zur B96 handelt es sich bei der angrenzenden Bebauung um ein reines Wohngebiet ohne Gewerbe. Im Bereich der Lessingstraße gibt es vereinzelt Gewerbe. Sowohl die Alte Schildower Straße als auch die Lessingstraße laufen kurz nach der Gemeindegrenze auf Berliner Stadtgebiet zusammen. Hier addieren sich die Verkehrsmengen auf der Schildower Straße bis zum Hermsdorfer Waldsee auf ca. 6.000 Kfz/Tag. Auf Berliner Stadtgebiet ist der Ausbauzustand eher als schlecht zu bewerten. Der durch den Verkehr entstehende Lärmpegel ist entsprechend höher.

Das Thema der Verkehrsberuhigung beider Straßenzüge ist seit langem ein Thema in diversen Ausschüssen in Berlin und Glienicke.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen

In Anbetracht der 

  • seit langem bestehenden Forderung der Anwohner nach mehr Verkehrsberuhigung
  • unter Berücksichtigung der besonderen Situation der Schildower Straße im benachbarten Berlin
  • und der Einsicht in die Bedarfe der Berufspendler werden folgende Maßnahmen für den Bereich der Karlstraße / Alte Schildower Straße und Lessingstraße vor:

Einrichtung von Einbahnstraßen für den motorisierten Verkehr ausschließlich in Richtung Berlin auf folgenden Abschnitten:

  • Alte Schildower Straße von Jungbornstraße bis zur Gemeindegrenze Berlin
    (oder der entsprechende Abschnitt auf Berliner Stadtgebiet)
  • Lessingstraße von Karl-Marx-Straße bis zur Gemeindegrenze Berlin
    (oder der entsprechende Abschnitt auf Berliner Stadtgebiet)
  • Für Fahrradfahrer bleiben die Abschnitte in beide Richtungen befahrbar.
  • Schaffung von Fahrradschutzstreifen
  • Regelmäßige Kontrolle der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.
  • Durchfahrtverbot für Lkw über 3,5t.


Die Vorteile dieser Lösung

Die Maßnahme bietet folgende Vorteile:

  1. Die Durchfahrt mit dem Pkw in Richtung Berlin bleibt möglich. Dies gilt insbesondere für den konzentrierten Berufsverkehr morgens.
  2. Mit der Einrichtung von Einbahnstraßen wird die Verkehrssicherheit erhöht, da kein Begegnungsverkehr mehr stattfindet. Die Verkehrssituation ist leichter einzuschätzen, die Attraktivität des Fahrradverkehrs wird erhöht.
  3. Durch die Schaffung zweier Einbahnstraßen in Richtung Berlin halbiert sich die Verkehrsdichte gegenüber dem Status quo um die Hälfte(in Glienicke und Berlin). Es kommt zu einer deutlichen Verkehrsberuhigung in den Abendstunden. Die Lebensqualität in den Wohngebieten in Glienicke und Berlin wird deutlich gesteigert. Der gegenüber den Morgenstunden auf die doppelte Zeit entzerrte Feierabendverkehr ist in der Lage über die dafür vorgesehenen Hauptstraßen abzufließen. Der durch die Umlenkung entstehende Anliegerverkehr in anderen Nebenstraßen ist minimal.
  4. Die Lärmemission durch Verkehrsdichte und dann ausbleibenden Begegnungsverkehr wird halbiert.
  5. Der „Kiezbus 326“ auf Berliner Seite ist unbeeinträchtigt und gewinnt an Attraktivität.
  6. Die Maßnahme ist ausgesprochen kostengünstig umzusetzen.
  7. Die Lessingstraße ist innerörtlich weiter in zwei Richtungen befahrbar. Das anliegende Gewerbe ist weiter erreichbar.